Willkommen! Du befindest dich im Break Out! - Dokumentations-Blog. Dieser Blog ist Teil einer kritischen Öffentlichkeit die sich gegen die Inhaftierung und Bestrafung von Anti-NATO-Aktivistinnen wendet. Anlass der Entstehung ist die Festsetzung mehrerer französischer und deutschsprachiger AktivistInnen während der Anti-NATO-Proteste im April 2009. Hintergründe findest du auch in folgendem Statement. Dieser Blog ist ein Dokumentationswerkzeug und bildet Stellungnahmen und Positionen verschiedener Gruppen ab.

„Nach deutschem Recht wäre kaum eine niedrigere Bestrafung zu erreichen gewesen“

Ein Artikel des deutschen Rechtsanwaltes Reinhard Kirpes, der Tom & Nikita verteidigte, über seine Erfahrungen beim Natogipfel und speziell über seine Bewertung des Prozesses gegen die beiden findet sich im OnlinePortal der Stadtgespräche Rostock:

In dem Artikel von Reinhard Kirpes wird auch die UnterstützerInnenszene scharf attackiert.

Eigentlich sollte es einen Artikel der UnterstützerInnengruppen, die zu den Vorwürfen Stellung nimmt schon in dieser Ausgabe geben.
Ein Gefangener bat uns jedoch auf eine Stellungnahme solange zu verzichten, bis sie aus dem Knast entlassen sind und mit uns gemeinsam über die Vorwürfe von und gegen Herrn Kirpes diskutieren können.
Weil wir es wichtig fanden, die Gefangenen in diesen Diskussionsprozess mit einzubeziehen, haben wir – zugegebenermassen zähneknirschend – die Stellungnahme, die wir den Gefangenen zuschickten, zurückgestellt, bis eine gemeinsame Diskussion nach deren Entlassung möglich ist.

Die Zukunft der Gipfelproteste

Podiumsdiskussion im tazcafé
Die Zukunft der Gipfelproteste

Ralf Hutter, taz-online, 21.07.2010

Im Berliner tazcafé wurde am Dienstag wieder diskutiert. Thema war diesmal die Bedeutung von polizeilicher Repression für Gipfelproteste.

Am Dienstagabend referierte Matthias Monroy über die kooperative Präventionsarbeit der europäischen Polizeien bezüglich Großereignissen wie Gipfelprotesten. Am Mittag hatte er noch selbst im Tränengasnebel der französischen Polizei gestanden, die zusammen mit Einheiten aus über einem Dutzend Ländern einen Angriff aus einer Demonstration heraus abwehren musste. Glücklicherweise handelte es sich dabei jedoch nur um eine Übung auf Deutschlands größtem für derartige Zwecke existierenden Gelände in Lehnin bei Potsdam, die sich der Journalist anschauen durfte.

Doch auch der Ernstfall ist Monroy nicht fremd. Wie er am Dienstag bei der Veranstaltung „Gipfelspektakel. Von Genua bis Kopenhagen – Proteste zwischen Ritual und Repression“ im Berliner tazcafé bekannte, waren die berühmt-berüchtigten Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua von 2001 sein Einstieg in die Beschäftigung mit Repressionsfragen. In den letzten Jahren wurde er zum Spezialisten für die Themen Polizeiaufrüstung und Staaten übergreifende Polizeikooperation. Von Monroy wurde deshalb ein substanzieller, faktenreicher Vortrag erwartet.

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Der Abschied vom linken Gipfelhopping

Der Abschied vom linken Gipfelhopping
Eine »taz«-Diskussion über die G8-Proteste

Von Peter Nowak , Neues Deutschland, 22.07.2010 / Inland

Der Tod des 23jährigen Globalisierungskritikers Carlo Giuliani bei Protesten gegen den G8-Gipfel am 20. Juli 2001 in Genua hat europaweit Protest ausgelöst. Ebenso die Verhaftung hunderter Globalisierungskritiker, die in italienischen Polizeiwachen und Kasernen gedemütigt, geschlagen und sogar gefoltert wurden.
ND-Probeabo

Neun Jahre später hat die »tageszeitung« (taz) zu einer Podiumsdiskussion geladen. Thema: Was ist aus den Gipfelspektakeln geworden? Dass die Proteste mit Genua nicht zu Ende gingen, zeigte sich an den Podiumsteilnehmern: Fast alle wurden durch die damaligen Ereignisse politisch geprägt und engagierten sich später u. a. in der Klimabewegung.

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Ist über allen Gipfeln Ruh?


Ist über allen Gipfeln Ruh?
Die globalisierungskritische Bewegung diskutiert über die Ursachen ihres Rückgangs

Quelle: Telepolis, 21.07.2010

9 Jahre ist es mittlerweile her, dass in Genua der 23jährige Carlo Giuliani von der italienischen Polizei erschossen wurde. Sein Tod hatte die globalisierungskritische Bewegung mobilisiert. In den ersten Jahren fanden am 20.Juli in verschiedenen Städten Gedenkdemonstrationen statt. Am 20.Juli 2010 nahm die Bewegungsredaktion der Taz den Jahrestag zum Anlass für eine Diskussion über die Ursachen der Gipfelmüdigkeit. Welchen Anteil hat daran die staatliche Repression?

Für Valeria Bruschi, die in der Diaz-Schule in Genua von der Polizei misshandelt und verhaftet wurde, sind die Ereignisse vom 20. Juni 2001 in Genua noch nicht zu Ende. Für die juristische Ebene stimmt das eindeutig. Sowohl gegen Polizisten, die wegen der Ausübung der Gewalt gegen Demonstranten angeklagt sind, als auch gegen Demonstranten, die beschuldigt werden, am militanten Aktionen teilgenommen zu haben, sind die Verfahren noch nicht abgeschlossen.

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Neuigkeiten der NATO-Gefangenen

Nikita und Tom wurden am 16. November 2009 vor dem Tribunal de Grande Instance in Strasbourg ,für das Anzünden einer alten Zollstation, zu 4 Jahren Haft (davon 1 Jahr auf Bewährung) verurteilt. Nach ihrer Verlegung vom Maison d´Arret de Strasbourg in das Centre de Détention in Saint-Mihiel, Ende Januar/ Anfang Februar 2010, wollen sie mit dem folgenden Brief über eine mögliche Haftzeitverkürzung bzw. Halbstrafe informieren.

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Zusammenfassung aktualisiert

Die Zusammenfassung wurde aktualisiert, ihr findet sie hier:

20.Juli 2010, Berlin, taz-Café: Gipfelspektakel – Von Genua bis Kopenhagen -Proteste zwischen Ritual und Repression


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Berlin: (Anti-) Repressionsmonat Mai 2010

An dieser Stelle findet ihr einige Berliner Prozess- und Veranstaltungstermine rund um das Thema (Anti-) Repression. Wir hoffen auf eure Unterstützung beim Widerstand gegen die staatlich organisierten Übergriffe.

Neue Gedichte von Nikita aus dem Knast in St.Mihiel, Frankreich

***

Ich schreie. – Sie hören nicht.
Ich fühle. – Sie fühlen nicht.
Ich sehe. – Sie sehen nicht.
Sie wissen. – Ich weiss es nicht.
Sie fürchten. – Ich fürchte nicht.
Sie gehen. – Ich gehe nicht.
Ich denke. – Sie denken nicht.
Sie bleiben. – Ich bleibe nicht.

***

Gibt es eine Welt die auf dich wartet,
und nicht still steht,
so wie hier?
Ist der Wandel unaufhaltsam,
wird das Vergessene
gleich durch Neues ersetzt?
Und wenn ersetzt,
dann von was Bessrem,
ist das der Preis für „das Wachstum“?
Ist das Geschehene gleich vergessen,
warum lernen wir überhaupt denn noch
immer was dazu?
Suchen wir Kontinuität und das vergessen,
So wird das Leben uns bald
ersetzen!
Denn die Erde wird sich immer weiter drehen,
denn nur hier scheint sie still zu stehen!

***

Mach die Augen auf, und denke

Wohin soll uns das Ganze führen?
Die Katastrophe ist jetzt schon da!
Tag ein,
Tag aus
schauen wir auf ihre großen Münder,
mit den schönen weißen Zähnen drin
Doch warum haben sie nie etwas zu sagen,
wir hören trotzdem immer hin
und hängen an ihren Lippen.
Wohin soll uns das Ganze führen,
wohin geht unsre ganze Zeit?
Die Münder haben viel zu reden
und plappern immer weiter fröhlich vor sich her.
~ Hör nicht hin und denke! ~
Lass dich vom Gedanken tragen,
du bist nicht der Einzige, der sie nicht versteht.

***

Worte-Türen-Schlüssel

In den Worten liegt der Schlüssel,
leider nicht für jede Tür.
Manche bleiben fest verschlossen,
doch auch dorthin führt ein Weg.
Ein Wort nach rechts,
ein Wort nach rechts
und immer lächelnd sagen,
es tut mir aufrichtig sehr sehr leid.
So läuft hier jeder von Tür zu Tür,
doch die meisten Türen bleiben zu.
Was will mensch denn jetzt noch machen,
die Türen anschreien bringt ja nichts.
Aber immer lächelnd sagen,
es tut mir aufrichtig sehr sehr leid.

***

Ab 11.04 regelmäßig Knastinfokino in der K9 in Berlin

Ab dem 11.04. findet die nächsten 3 Monate regelmäßig jeden 2.ten Sonntag im Monat ein Knastinfokino statt, bei dem sich bei gemeinsamen Kaffee, Kekse und Kuchen verdrücken über die Situationen im und mit Knast ausgetauscht werden kann. Dazu gibt es Film und Infos. Bringt eigene Materialien mit und wir versuchen diese auch im Laufe der Reihe zu kopieren und weiterzutragen. Wenn ihr und wir nach den drei Monaten noch nicht genug haben, gehts auch gerne weiter. Wir hoffen damit einen Punkt zu schaffen bei dem wir uns gemeinsam in ungezwungener Atmosphäre über Erfahrungen mit Knast austauschen können.